Mit dem Differenzdruck-Messverfahren wird die Luftdichtheit eines Gebäudes gemessen. Das Verfahren dient dazu, Leckagen in der Gebäudehülle aufzuspüren und die Luftwechselrate zu bestimmen. Durch die Druckdifferenzen wird eine konstante Windlast auf das zu messende Gebäude simuliert.
Gesetzliche Vorgabe
Das Ziel eines jeden Bauvorhabens sollte sein, eine optimale Wohnbehaglichkeit zu erreichen und die dafür eingesetzte Energie zu minimieren. Dazu ist es notwendig, eine relativ luftdichte Außenhülle an jedem Gebäude zu schaffen. In der DIN 4108, Teil 7 wird der "Einbau einer luftundurchlässigen Schicht über die gesamte Fläche" gefordert. Genormt ist das Differenzdruckverfahren in der DIN EN 13829. Das Differenzdruck-Messverfahren sollte an jedem Neubau und Umbau durchgeführt werden, um evtl. vorhandene Fehlstellen der Gebäudehülle zu lokalisieren.Die EnEV (Energieeinsparverordnung) honoriert die Durchführung der BlowerDoor- Messung. Werden die Grenzwerte eingehalten, darf ein reduzierter Luftwechsel angesetzt werden. Bei Gebäuden mit Lüftungsanlage gehört die Luftdichtigkeitsmessung zum Standard. Nur mit Dichtheitsnachweis diese Anlagen im Energiebedarfsnachweis berücksichtigt werden. Bei Niedrigenergiehäusern und Passivhäusern ist der Nachweis Pflicht.
Typische Anwendungen:
Einfamilienhäuser nach EnEV
Dies ist die klassische und häufigste Anwendung. Die Luftdichtigkeitsmessung nach DIN EN 13829 erfolgt im Nutzungszustand des Gebäudes. Im Rahmen der Qualitätssicherung sollte eine zusätzliche vorgezogene Ein-Punkt-Messung für die Ortung von Leckagen durchgeführt werden. Für die Luftwechselrate gilt n50 ≤ 3,0 m³/h. Werden Lüftungsanlagen installiert, beträgt der Grenzwert für die Luftwechselrate n50 ≤ 1,5 m³/h.
Einfamilienhäuser in Passivhausbauweise
Ein Passivhaus verbraucht 90 % weniger Heizwärme als ein Haus im Bestand und etwa 75% weniger Heizwärme als ein durchschnittlicher Neubau. Eine hochwirksame Dämmung von Gebäudehülle und Fenstern sowie die Nutzung der inneren Energiequellen wie Körper- oder Sonnenwärme machen ein aktives Heizsystem wie etwa eine Zentralheizung überflüssig. Der Heizenergieverbrauch liegt unter 15 kWh pro Quadratmeter und Jahr (ohne Warmwasser, Strom usw.). Die Anforderungen an die Luftdichtheit der Gebäudehülle sind entsprechend hoch: Für die Luftwechselrate gilt n50 ≤ 0,6 m³/h.
Nachträgliche Dachgeschossausbauten in Ein- und Mehrfamilienhäusern
Hier treten besonders häufig Undichtigkeiten auf. Problematische Bauteile sind:
Wichtig ist, dass die Decke der darunter liegenden Wohnung luftdicht ausgeführt wird, um gebäudeinterne Leckagen zu vermeiden.
Essens- oder Tabakgerüche aus Nachbarwohnungen
Auch Gerüche können durch gebäudeinterne Leckagen in andere Wohnungen ziehen. Werden die Leckagen während des BlowerDoor-Tests mit Nebel geortet, können die Leckagewege gezeigt werden.
Einmessen von Abluftventilen an Lüftungsanlagen
Mit BlowerDoorverfahren können Abluftanlagen auf ihre Funktion hin überprüft und ein Funktionsschnelltest bei Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung durchgeführt werden.
